Makro-Rechner: Tägliche Protein-, Fett- und Kohlenhydrat-Ziele
Du versuchst herauszufinden, wie viele Gramm Protein, Fett und Kohlenhydrate du täglich brauchst. Nicht irgendwelche Prozentzahlen, die im Kopf schwirren, sondern konkrete Grammangaben für deine Mahlzeiten. Dieser Rechner zeigt dir genau das: personalisierte Makroziele basierend auf deinem Körpergewicht, Aktivitätslevel und Ziel.
Wichtigste Erkenntnisse
1. Protein zuerst: 1,8 g/kg Körpergewicht für Erhaltung, 2,0 g/kg für Muskelaufbau oder Fettabbau, basierend auf einer Metaanalyse von 49 Studien
2. Fett nie unter 20% der Gesamtkalorien senken, auch im Defizit nicht
3. Kohlenhydrate füllen die restlichen Kalorien nach Protein und Fett
Was sind Makros?
Makronährstoffe sind die drei Hauptnährstoffe, die Energie liefern: Protein (4 kcal/g), Fett (9 kcal/g) und Kohlenhydrate (4 kcal/g). Protein baut und repariert Gewebe. Fett reguliert Hormone. Kohlenhydrate liefern schnelle Energie.

Die richtige Makroverteilung macht den Unterschied zwischen Muskelerhalt und Muskelverlust im Defizit. Während dein Kalorienbedarf das Fundament bildet, entscheidet die Makroverteilung über die Qualität deiner Körperzusammensetzung. Eine Übersicht über alle verfügbaren Gesundheitsrechner findest du hier.
So funktioniert dieser Rechner
Der Rechner nutzt die genaueste Vorhersagegleichung für den Ruheumsatz und multipliziert mit deinem Aktivitätsfaktor. Das ergibt deinen Gesamtenergieumsatz (TDEE).

Schritt 1: Protein festlegen. Der Rechner setzt 1,8 g/kg für Erhaltung und 2,0 g/kg beim Aufbau oder Fettabbau, im Einklang mit Empfehlungen für Körperkomposition von 1,4–2,0+ g/kg. Diese Werte basieren auf einer Metaanalyse zu Proteinzufuhr und Krafttraining. Der Rechner nutzt 1,8–2,0 g/kg als Sicherheitspuffer.
Schritt 2: Fett berechnen. Standard sind 28% der Gesamtkalorien. Bei sehr hoher Aktivität kann's auf 25% runter, bei niedriger auf 30–35% hoch. Nie unter 20%.
Schritt 3: Kohlenhydrate auffüllen. Nach Protein und Fett füllen Kohlenhydrate die restlichen Kalorien. Bei Kraftsportlern oft 3–5 g/kg, bei Ausdauersportlern bis zu 7–10 g/kg.
Wenn du das systematisch tracken willst, kannst du deine Mahlzeiten per Foto in der huuman App dokumentieren und dein Coach zeigt dir sofort, ob du deine Proteinziele erreichst.
Makros zum Abnehmen vs Muskelaufbau
Fettabbau braucht mehr Protein, nicht weniger. Im Kaloriendefizit steigt dein Proteinbedarf auf 2,0–2,4 g/kg. Protein schützt Muskelmasse, wenn der Körper Energie aus Reserven zieht. Es hat zudem den höchsten thermischen Effekt der Makronährstoffe: Ein beachtlicher Teil der Proteinkalorien wird bereits bei der Verdauung verbraucht.
Das Defizit kommt durch Reduktion von Kohlenhydraten und moderater Fettreduktion. Ein typisches Fettabbau-Setup: 2,2 g/kg Protein, 25% Fett, Rest Kohlenhydrate.
Muskelaufbau funktioniert mit moderatem Überschuss. Der Rechner addiert 10% zu deinem TDEE. Protein bleibt bei 2,0 g/kg, Fett bei 25–30%, der Rest kommt aus Kohlenhydraten. Die höheren Kohlenhydrate liefern Energie für hartes Training.
Bei über 20% Körperfett (Männer) bzw. 30% (Frauen) macht Fettabbau meist mehr Sinn als Muskelaufbau. Deinen Körperfettanteil zu kennen hilft dir, realistische Ziele zu setzen.
Wie viel Protein brauchst du wirklich?
Die Morton et al. 2018 Metaanalyse mit 1.863 Teilnehmern ist der Goldstandard. Proteinzufuhr über 1,6 g/kg verbessert die Muskelproteinsynthese bei den meisten nicht weiter.
Im Kaloriendefizit brauchst du mehr: 2,0–2,4 g/kg. Ältere Menschen (über 50) brauchen ebenfalls mehr. Vegetarier und Veganer sollten etwas mehr anpeilen, da pflanzliche Proteinquellen oft eine geringere biologische Wertigkeit haben.
Verteile dein Protein auf 3–4 Mahlzeiten mit jeweils 20–40g. Mit dem spezialisierten Protein-Rechner kannst du deinen individuellen Bedarf noch genauer bestimmen.
Beste Makroverteilung für verschiedene Ziele
Ausdauersportler brauchen viele Kohlenhydrate. Bei moderatem Training reichen 5–7 g/kg, bei intensivem Training steigt's auf 7–10 g/kg. Protein liegt bei 1,4–1,8 g/kg.
Kraftsportler priorisieren Protein: 2,0–2,4 g/kg für optimale Muskelreparatur. Fett bei 25–35%, Rest Kohlenhydrate (3–5 g/kg).
Büroarbeiter mit wenig Bewegung brauchen weniger. Protein bei 1,2–1,6 g/kg reicht. Fett kann auf 30–35% steigen für bessere Sättigung.
Für einen strukturierten Trainingsansatz kann dein huuman Coach wöchentliche Pläne erstellen, die deine Makroziele mit deinem Training abstimmen und sich an deine Fortschritte anpassen.
Makros richtig tracken: Praktische Tipps
Wiege roh, nicht gekocht. 100g rohe Nudeln werden zu 250g gekocht, haben aber dieselben Makros. Fleisch verliert beim Kochen Wasser.
Nutze eine Küchenwaage. Schätzen führt zu systematischen Fehlern. Nach 3–4 Wochen entwickelst du ein gutes Gefühl für Portionen.
Plane Protein zuerst. Bei 160g Tagesziel plane 4 Mahlzeiten. Dann füllst du mit Fett und Kohlenhydraten auf.
Tracke konstant eine Woche. Das zeigt dir Muster und wo du nachjustieren musst.
Mythen und Missverständnisse über Makros
"Kohlenhydrate machen dick" ist falsch. Kalorienüberschuss macht dick, egal aus welchem Makro. Low-Carb zeigt anfangs mehr Gewichtsverlust durch Wasserverlust.
"Zu viel Protein schädigt die Nieren" gilt nur bei vorbestehender Nierenerkrankung. Gesunde Nieren verarbeiten auch hohe Proteinmengen problemlos.
"Fett macht fett" stimmt nicht. "Fett macht fett" stimmt nicht. Fett ist essentiell für Hormone — fettarme Diäten senken den Testosteronspiegel bei Männern, und zu wenig Fett kann zu ständigem Hunger führen.
"Die 40/30/30-Regel funktioniert für alle" ignoriert individuelle Unterschiede. Deshalb rechnet dieser Kalkulator mit g/kg Körpergewicht.
Häufige Fragen
Was ist das beste Makroverhältnis zum Abnehmen?
Erfolgreich sind: Protein bei 1,8–2,4 g/kg, Fett bei 20–30%, Rest Kohlenhydrate. Die genaue Verteilung hängt von deiner Aktivität ab. Die genaue Verteilung hängt von deiner Aktivität ab.
Soll ich Makros oder nur Kalorien tracken?
Makros tracken ist überlegen. Minimum: Tracke Protein und Gesamtkalorien. Das allein macht einen riesigen Unterschied.
Was ist die 40/30/30-Aufteilung?
Die 40/30/30-Regel ignoriert Körpergewicht und Aktivität. Besser: Protein nach Körpergewicht berechnen, Fett als Prozent festlegen, Kohlenhydrate füllen den Rest.
Wie viel Protein pro Tag für Muskelaufbau?
Für optimalen Muskelaufbau: 1,6–2,0 g/kg Körpergewicht, verteilt auf 3–4 Mahlzeiten. Eine Proteinmahlzeit im Umfeld des Trainings kann die Regeneration unterstützen. Details zur Verstoffwechselung dieser Nährstoffe findest du in unserer Stoffwechsel-Übersicht.
Quellen
- Frankenfield D et al. - Comparison of predictive equations for resting metabolic rate in healthy nono... (2005)
- Morton et al. - Protein Intake and Resistance Training: Meta-Analysis of Muscle Mass and Strength (2018)
- Aragon AA et al. - International society of sports nutrition position stand: diets and body comp... (2017)
- Helms E et al. — A systematic review of dietary protein during caloric restriction in resistance trained lean athlete... (2014)
- Burke L et al. — Guidelines for daily carbohydrate intake: do athletes achieve them? (2001)
- Whittaker J et al. — Low-fat diets and testosterone in men: Systematic review and meta-analysis of intervention studies. (2021)
Über diesen Artikel · Geschrieben vom huuman-Team. Unsere Inhalte basieren auf wissenschaftlicher Fachliteratur und klinischen Leitlinien. Wir folgen redaktionellen Standards, die auf wissenschaftlicher Evidenz basieren.
Dieser Artikel dient ausschließlich Bildungszwecken und stellt keine medizinische Beratung dar. Entscheidungen zu Gesundheit oder Training solltest du mit qualifizierten Fachpersonen besprechen.
